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Führung durch Madrid der Habsburger mit Javier von Madrid auf Deutsch

[Javier im Hintergrund]  Am Sonntag hatte ich das Vergnügen, von "Madrid auf Deutsch" zu einer Führung durch das Madrid der Ha...

[Javier im Hintergrund] 
Am Sonntag hatte ich das Vergnügen, von "Madrid auf Deutsch" zu einer Führung durch das Madrid der Habsburger eingeladen zu werden. Madrid für Deutsch sind Anne und ihr Freund Javier.

Ich finde es toll, dass die beiden die Initiative ergriffen haben, und deutschsprachige Führungen zu verschiedenen Themen und Stadtvierteln anbieten, da die Madrider Stadt- oder Tourismusverwaltung die deutschsprachigen Besucher in dieser Beziehung ziemlich vernachlässigt.

Am Sonntag habe ich also Javier persönlich kennengelernt - und die Tour, die er sehr sympathisch und engagiert durchgeführt hat, hat mir - und sichtlich auch den beiden anderen Teilnehmern, grossen Spass gemacht.

Die Tour begann an der der belebten Puerta del Sol (inmitten einer kleinen Anti-Stierkampf-Demonstration) - am Madrider Wahrzeichen, dem Bären, mit einer kurzen Einordnung der Habsburger Herrschaft in die Geschichte Madrids.

Auch wenn wir viel über Geschichte und Jahreszahlen erfahren haben, der Schwerpunkt lag auf Ereignissen, Plätzen und Personen, die immer noch das aktuelle Madrid prägen.

Im Anschluss einige Anekdoten - aber nur in Stichworten, um die Spannung zu erhalten.

Alle Details aus meiner Erinnerung nach Javiers Erzählungen - und ohne Gewähr...

Statue Carlos III auf der Puerta del Sol: Javier erzählt, dass er keine Wette mehr darauf eingehen kann, dass die Statue 100% "Taubenfrei" sei, da die Einrichtung, die elektrische Pulse zur Vertreibung auslöste, nun kaputt sei.
(Eigene Anmerkung zu Bild ganz rechts) Der Verkauf der Spanischen Weihnachtslotterie hat bereits begonnen. Man sagt, dass man bei Doña Manolita die grössten Gewinnschancen habe.
Wir erfuhren, warum die Spanier an Silvester - um Mitternacht je eine Traube zu jedem der 12 Glockenschlägen zu sich nehmen.

Wer lustige Menschenmengen liebt, kommt in der Silvesternacht hierher - oder schon zur Generalprobe in der Nacht davor.
Der erste Schlachthof befand sich in der Calle Arenal. Und alle Schlachtabwasser führten direkt an der Oper vorbei und weiter zum Königshof. Madrid hatte nicht nur den grössten, sondern auch den übelriechensten Königspalast Europas.

Später wurde der Schlachthof verlegt, was dem Flohmarkt Rastro (= Spur) seinen Namen gab. Die geschlachteten Tiere mussten durch die steile Strasse geschleift werden und hinterliessen eine Spur, die man nicht missen konnte.
Die Oper, war (bis die Bautechnik weiter fortgeschritten war) die meiste Zeit unbespielbar, da das Gebäude auf unterirdischen Wasserströmen errichtet wurde. Besonderheit die 6 oberirdischen und 3 unterirdischen Ebenen, wo auf verschiedenen Ebenen bis zu sechs Szenarien vorheraufgebaut werden können und wie bei einem Riesenrad gewechselt werden können.
Der Traum der Königin von den herabfallenden Statuen der spanischen Könige erschlagen zu werden - der Grund warum die Statuen jetzt u.a. am Plaza del Oriente zu finden sind
In der Gegend der bekannten Churrería San Gines tümmelte sich Zunft der Auftragsmörder, der es zu dieser Zeit nicht an Arbeit fehlte, weil es an Hof immer irgendeine Feindschaft gab, bei der einer der Beteiligten "dranglauben" musste.

Diese Churrería mit ihrem Spritzgebäck - zum Versenken in der dickflüssigen heisser Schockolade - ein Muss für jeden Madridbesucher, warum sie auch in keinem Reiseführer fehlt. Hier treffen laut Javier frühmorgens Nachteulen, die die Madrider Disco Joy verlassen auf Menschen, die kurz vor Arbeit noch kurz "einige" viele Kalorien zu sich nehmen.

Dank der strikt getrennten Gerichtsbarkeit zwischen weltlicher und kirchlicher Macht, konnten die Mörder sich unbehelligt in der anliegenden Kirche verstecken, wo sie zusammen mit den Gläubigen eine ganz besondere Gemeinschaft bildeten.
Des weiteren erfahren wir, wie Madrid zu seinen vielen Plätzen gekommen ist und warum viele der Platznamen von Heiligen stammen. Der Bruder von Napoleon, José I Bonaparte, aus Paris kommend, fand, dass es Madrid an Glamour fehlte und zudem war er der Meinung, dass es einen Überschuss an Klostern gab. Er liess kurzerhand viele Monasterien abreissen und somit das Stadtbild mit neuen Plätzen, die oft nach den ehemaligen Klostern benannt sind, auflockern.

Andere Plätze nehmen nicht den Raum ehemaliger Klostern ein, sondern rühren traurigerweise vom Bürgerkrieg, als die Franco-Armee versuchte, das Telefonica-Gebäude, wo sich die republikanische Regierung eingerichtet hatte, zu bombardieren. Die Bomben erreichten ihr Ziel nie, zerstörten jedoch viele andere Gebäude - wo jetzt Raum für Plätze war - und sogar genug Tiefe für Garagen darunter.
Descalzas Reales
Real Monasterio de la Encarnación
Monasterio de las Descalzas Reales (ganz links). Javier empfiehlt, dort bereits vor Öffnung (um 10 Uhr) zu sein, da nur 50 Personen eingelassen werden.
Öffnungszeiten
El Anciano Rey de Los Vinos, Madrid, wo man das ganze Jahr Torrijas essen kann. Diese typische Spezialität gibt es sonst nur an Ostern.
El Anciano del Rey
Restaurant Casa Ciriaco
Der erste und damals einzige Platz Madrid, la Plaza de la Villa Hier wurde der französische König Francisco gefangen gehalten, wobei die Gastgebende Familie fast Bankrott ging. Im Jardín del Convento kann man Süssigkeiten aus Klostern ganz Spaniens kaufen. Am besten mit vollem Magen eintreten...

Ich habe schon viele Führungen zu Madrid mitgemacht, bisher alle auf Spanisch. Diese war die erste auf Deutsch und auch eine der besten, die ich bisher erlebt habe. Aus meiner Sicht mehr als zu empfehlen.

Kontakt: http://www.madridaufdeutsch.net/

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