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Weinmuseum Museo de Vino Navalcarnero - Madrid / Wein mit der Herkunftsbezeichnung DO Dominio de Origen Madrid

Heute ging die Reise nach Navalcarnero - ca. 40 Kilometer südwestlich von Madrid, vor allem zum Besuch seines Weinmuseums, das vor wenigen...

Heute ging die Reise nach Navalcarnero - ca. 40 Kilometer südwestlich von Madrid, vor allem zum Besuch seines Weinmuseums, das vor wenigen Jahren geöffnet wurde.

Navalcarnero ist eine der drei Unterregionen der geschützten Wein-Herkunfsbezeichung Madrid (DO - Dominio de Origen), die 1990 mit Sitz in Madrid gegründet wurde und über die Einhaltung der Qualitätsstandards der Produkte dieser Region wacht und sich um die Vermarktung kümmert.

Mehr als 150 Jahre, nachdem die damals zuständige Stadt Segovia hier den Weinanbau genehmigte, wurde die Stadt Navalcarnero 1499 gegründet. In einem Gerichtsverfahren des 16. Jahrhundert wurde sogar festgestellt, dass Segovia die ersten Siedler dieses Dorfes rechtskräftig verpflichtete, hier Wein anzubauen.


Die Weinhersteller sind private, Familien-geführte Weinkeller (Bodegas), die in den letzten Jahren ihre Produktionsverfahren weitgehend erneuert und an den technischen Fortschritt und die höchsten Qualitätsstandards angepasst haben, aber so weit wie möglich weiterhin nach traditionellen Verfahren produzieren.

Heutzutage werden Weine von Weiss - Rosado bis Rot (Tinto) und Schaumweine hergestellt, die in der Gegend einen sehr guten Ruf haben und bis Zentraleuropa und Asien verkauft werden.

In den drei Unterregionen Madrids werden 7.461 Hektar in 41 Dörfern und Städten bewirtschaftet. Die angebauten Rebsorten sind


  • Rot: Tempranillo - auch Tinto Fino oder Cencibel genannt, Garnacha tinta, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah
  • Weiss: Malvar, Airén, Albillo, Viura - auch Macabeo genannt, Parellada, Torrontés, Moscatel de grano menudo (Muscat blanc à petits grains)

Zum eigentlichen Museum: der Eintritt kostet 2 Euro (Erwachsene). Nach kurzen Wartezeit, wurden alle Besucher in die unterirdischen Gänge und Gewölbe geführt.

Die indirekte Beleuchtung mit wechselnden Farben und Helligkeiten malten unterschiedliche Eindrücke in den Mauern. Wir wurden angehalten, an verschiedenen Stellen stehen zu bleiben, während uns eine Lautsprecherstimme die Geschichte der Stadt und des Weinbau der Region erläuterte.

Loch in der Wand, wo die Anlagen des Nachbarns
 zum Vorschein kommen.
Das Gewölbe besteht aus typischen,  reformierten und zum Museum umgewidmeten, unterirdischen Gängen, die mit ausgeklügelten Belüftungssystemen die für die Weinreifung nötige Klimatisierung schaffen.

Die komplette Stadt ist untertunnelt -  sozusagen wie ein Schweizer Käse  - und die Winzer hielten sich auch nicht an die Begrenzungen ihrer Grundstücke, was dazu führte, dass sich die Tunnel machmal in die Quere kamen, wie man hier im Bild rechts sehen kann. Hier erscheint ein Fass des nachbarlichen Winzerfamilie durch die Wand.

Im Moment wird daran gearbeitet, mehrere über 100 Meter lange Gänge, die das Museum und die Plaza Mayor sowie die Plaza Segovia verbinden, wiederherzustellen und für die Besucher begehbar zu machen - und somit das Museum zu erweitern.

In verschiedenen Ecken und Nieschen werden verschiedene historische Werkzeuge oder Behälter ausgestellt, die einem einen Einblick in die vergangenen Jahrhunderte gewähren.

An einer Stelle sind mehrere Zylinder aufgereiht, die versuchen, die Duftnoten der verschiedenen Weinfarben sinnbildlich darzustellen. Jeder Besuchte durfte die Nase über die kreiselnden Fächer halten und schnuppern.

Rosmarin verkörperte den Weisswein, Erdbeer stellte den Rosado, Brombeere den Rotwein sowie Vanille den Crianza dar.

Duftnoten der verschiedenen Weinfarben

Die abschliessende Weinverkostung beschränkte sich leider - aber besser für alle, die noch Fahren mussten - auf einem kleinen Becher Rosado der Traube Garnacha. Leider bin ich kein Weinkenner, aber bei diesem Wein hätte ich gut noch eine Weile bleiben können.

Dann ging es wieder an die frische Luft - und wir nutzten die Gelegenheit, den Ort näher anzuschauen.


Die imposante Kirche dominiert im Hintergrund die Plaza Mayor. Deren Fassade scheint vor nicht zu langer Zeit renoviert worden zu sein, aber wenn man versucht, die Kirche komplett zu umschreiten, entdeckt man auch eine unrenovierte Seite.

Der Hauptplatz wird begrenzt von den für Madrid typischen Corralas (d.h. die Zugänge zu den Wohnungen führen über nach aussen - meistens zum Patio hin - offenen, Gängen).


Wie rechts zu sehen, ist hier eine Corrala mit Fenstern abgeschossen, das Restaurant ist aber zu vermieten - auch hier hat wohl die Krise zugeschlagen.









Auf der Plaza fand ein kleiner Markt handwerklicher Kunst wie Schmuck oder Lederwaren statt.

Zusammenfassend war es ein schöner, kleiner Ausflug, um den Sonntagvormittag zu verbringen.

Öffnungszeiten des Museum:
Samstags, sonn- und feiertags von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr und 17.00 bis 19.00 Uhr (Juni bis September von 17.30 bis 20.00 Uhr).

Der Besuch ist aber nur mit der beinhalteten Gruppenführung möglich, weshalb ich empfehlen würde, mindestens eine Stunde vor Schluss  (morgens sowie nachmittags) dort zu sein.

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