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Extra- und intramuros: Die Kaiserroute - La Ruta Imperial - von Madrid nach Avila

Das Ziel des Ausflugs: Ávila - extramuros (ausserhalb der Mauern) und intramuros (innerhalb der Stadtmauer) Blick auf San Lorenzo de...

Das Ziel des Ausflugs: Ávila - extramuros (ausserhalb der Mauern)
und intramuros (innerhalb der Stadtmauer)

Blick auf San Lorenzo de El Escorial vom
Puerto de la Cruz Verde aus
Bevor es morgen wieder auf Tour geht, um der Hitze Madrids zu entfliehen, möchte ich über den Ausflug des letzten Wochenendes nach Ávila berichten.

Ávila ist weltweit bekannt für seine intakte und fast rundherum begehbare Stadtmauern - und nach zehn Jahren in Spanien habe ich es auch endlich dorthin geschafft. Aber in Spanien ticken die Uhren ja bekanntlich anders (das will ich jetzt mal als Ausrede anführen).

Man kann Ávila per Autobahn A6 (Richtung Galicien) in einer Stunde von Madrid aus erreichen, wir haben aber einen Abschnitt der idyllischen sogenannten Kaiserroute (ruta imperial) gewählt - Fahrtzeit knapp zwei Stunden). Die M505 (Madrid) die später CL505 heisst (Castilla-La Mancha) - eine wunderschöne Landstrasse an San Lorenzo de Escorial vorbei und dann über den Bergpass Puerto de la Cruz Verde um 1250 Meter ü.M. in die höchstgelegene Hauptstadt Spaniens.




Das Wetter war heiss, leider war die Luft etwas dunstig, weshalb man vom Bergpass San Lorenzo nur etwas verschwommen sehen konnte. Die Fahrt alleine war schon ein Erlebnis und am Bergpass haben wir dann im Biker-Gasthof ein Radler getrunken und uns wie ausgewachsenen Biker gefühlt, auch wenn unser Motorrad das kleinste unter dem anwesenden Fuhrpark war.

Angekommen in Ávila haben wir unsere Sachen im Hotel II Castillas (für alle die so wenig von Geschichte wissen wie ich ; )  - eine Anspielung auf die beiden Kastiliens - Nordkastilien oder das alte Kastilien (Castilla la Vieja) und jetzt Castilla y Leon genannt und Südkastilien oder das neue Kastilien - zurückerobert von der arabischen Besetzung und heute Castilla-La Mancha genannt).

Das Hotel ist zwar ein paar Kilometer von den Stadtmauern entfernt, ich kann es aber wegen seines Preises (50 Euro pro Nacht und Doppelzimmer + 7 Euro Frühstück pro Person) - auch sonst war alles bestens, Sauberkeit, Freundlichkeit ...) nur empfehlen.

Und dann ging es mit den Besichtigungen los:

Theatralische Stadtführung durch Avila mit Stadtführerin
und zwei Schauspielern
Um 19.00 Uhr nahmen wir an einer theatralisch untermalten Stadtführung teil, die uns durch die ganze Innenstadt (intramuros also) führte und uns mit allen Stadtlegenden, dem historischen Klatsch sozusagen, bekannt machte.

Leider (für alle die nicht spanisch sprechen) war die Führung einsprachig, aber sehr informativ und kurzweilig.

Eine kurze Zusammenfassung: Avila befand sich im Mittelalter im Niemandsland, zwischen den Fronten des arabischen und christlichen Spanien. Königin Urraca von Castilla y Leon wollte nach dem Zurückdrängen der Mauren diese Gegend wieder bevölkern und hat aus diesem Grund Menschen aus Nordspanien aufgerufen, sich hier niederzulassen.

Eine Legende besagt, dass sich zwei Kinder einflussreicher Abulenser (d.h. aus Avila) Familien sich ineinander verliebt hatten, sich aber wegen einer  Familienfeindschaft nicht sehen durften. Als sich der Verliebte im Brunnen seiner Familie ertränken wollte, stellte er fest, dass dieser Brunnen durch einen Kanal mit dem Brunnen seiner Doncella verbunden war. So ging das Liebesspiel noch etwas weiter, bevor es leider doch tragisch enden musste.

Die "Ureinwohner" dieser Region nannten sich Vetones, die in Castros (Dörfer umgeben von Schutzwallen) lebten. Dieses Volk hat Avila und seiner Umgebung viele Verracos hinterlassen - aus Fels geformte Tiere - Stiere, Wildschweine oder Schweine - keiner weiss es genau - wahrscheinlich als Fruchtbarkeitskkult. Später kamen die Römer...

Die Paella kommt mit dem Radler
Im 19. Jahrhundert durchlebt die Stadt eine schwere Krise und die Regierung beschloss den Abriss der Stadtmauer, was aufgrund der fehlenden Mittel glücklicherweise nicht umgesetzt wurde - und somit konnte Avila 1985 dann zum Weltkulturerbe erklärt werden.

Es machte Spass durch die Gassen und Plätze zu spazieren und ab und zu auf einem der Plätze unter Sonnenschirmen eine Clara con Limón zu trinken (Radler mit Zitronenlimonade). Und hier gibt es dann auch zu jedem Getränk eine gut proportionierte Tapa. Einmal sogar eine kleine Paella - wir haben uns damit das Mittagessen gespart.

Was ich auch gelernt habe ist, dass hier die grossen sogenannten Mystiker Santa Teresa de Jesús und San Juan de la Cruz gelebt und gewirkt haben. Teresa hauptsächlich bekannt als Gründerin/Reformerin der Konvente des Ordens Carmelitas Descalzas und San Juan de la Cruz als mystischer Autor (ich hoffe ich habe mit meinem Halbwissen niemanden brüskiert). Es gibt ein Mystiker-Museum, in dem man eine kleine Einführung anschauliche Einführung in dieses "Thema" bekommt.

Vielleicht ist noch erwähnenswert, dass innerhalb der Stadtmauer nur die wohlhabenden Bürger (als sozusagen Hof des Königshauses, und der Klerus wohnen durften. Einige der Familien hatten das Privileg, ihren Palast direkt an einer der Tore zu errichten, als Gegenleistung mussten diese Familien für deren Sicherheit und Kontrolle sorgen.

Ausserhalb der Mauern befanden sich - räumlich getrennt die verschiedenen Handwerker-Gremien und Landwirte.

Nächtliches Theater auf der Mauer
Nachts - um 23.30 Uhr haben wir dann noch an einem Theater auf der Mauer teilgenommen. Auf einigen Hundert Metern - wandelnd von Mauerabschnitt zu Mauerabschnitt - wurde die Geschichte und die Legenden Avilas nochmals lustig nachgespielt. Die Zuschauer folgten den Schauspielern von Szene zu Szene wo jeweils verschiedene Geschichten aufgeführt wurden. Und... es gab einen tollen Blick auf das Nachleben von oben.

Aus diesem Grund haben wir uns am nächsten Tag dann einen erneuen Mauerrundgang erspart. Bei der Hitze spart man gerne jeden Schritt in der Sonne...


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