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Die Kathedrale des Don Justo

Seit ich den Artikel über Don Justo und seine Kathedrale gelesen hatte, hier der Originalartikel aus Welt Online , hatte ich den Wunsch, d...

Seit ich den Artikel über Don Justo und seine Kathedrale gelesen hatte, hier der Originalartikel aus Welt Online, hatte ich den Wunsch, das Lebenswerk dieses Mönches kennenzulernen.

Ich glaube auch, mich an die Aquarius-Werbung erinnern zu können, deren Erlös von angeblich 30.000 Don Justo sicherlich für den Kauf nötiger Baustoffe verwendet hat.

Genaue Details zum Leben Don Justos und zur Kathedrale finden Sie auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Justo.

Die Daten im Welt-Artikel und Wikipedia sind beeindruckend, trotzdem möchte ich ein paar meiner Eindrücke beschreiben:


Da wir zuerst die falsche Ortseinfahrt genommen haben, haben wir die Kathedrale nicht gefunden. Es gab keinerlei Beschilderung. Allerdings haben uns nette Einwohner den Weg gut erklärt.

Beim ersten Blick auf das Bauwerk konnte ich ein staunendes "ahhhhhh" nicht unterdrücken. Sofort waren wir von seiner Einfachheit und Schönheit in den Bann gezogen.

Zuerst haben wir einen Blick von aussen geworfen, um die Dimensionen zu begreifen, noch schüchter, weil wir nicht wussten, ob das erlaubt ist, dann sind wir die enormen Treppen, an den beiden Statuen vorbei, hochgestiegen und haben einfach nur gestaunt.

Das Tor war geöffnet und im Inneren waren Besucher.

Und uns sind viele Fragen durch den Kopf gegangen: Wie kann ein einziger Mann, ein Mönch ohne Architekurstudium und ohne Unterstützung der Kirche, so ein gewaltiges Monument erschaffen? Woher schöpft Don Justo so viele Ideen, so viele Details, die wiederum zusammen ein wunderschönes Ganzes geben? Woher nimmt er die Kraft, tagein tagaus, Stück für Stück weiter zu bauen ohne eine baldige Vollendung vor Augen zu haben? Ist das Ziel das kreative Schaffen und nicht die vollendete Kirche?

Es sind eine Handvoll  Besucher zu sehen, im Hauptschiff ist eine Gruppe Deutscher, wahrscheinlich Pfadfinder und ein Geistlicher anwesend, die sich fröhlich unterhalten. Es freut uns, dass inoffiziell Kirchenmitglieder das Werk unterstützen und schätzen, auch wenn die katholische Kirche selbst anscheinend keinen Beitrag leistet und die Kirche auch nicht anerkennt.

Ich frage mich, wie kann die Kirche den Glauben, die Kraft und den Einsatz eines Mannes, der sich geschworen hat, aus Dankbarkeit eine Kathedrale zu erbauen und dieser sein Leben zu widmen, einfach ignorieren? Meiner naiven Meinung nach, sollte Don Justo als Beispiel herausgehoben werden - und die Kirche könnte ihn selbst als Vorbild und somit Werbung für einen lebendigen Glauben "verwenden".

Dann frage ich mich, warum die Stadt - oder Dorf (in Madrid sind 20000 Einwohner ein Pueblo, also Dorf) - das keinerlei weitere touristischen Reize hat, dieses Kunstwerk nicht als Aushängeschild erkennt oder zumindestens Wegweiser aufstellt? Sollte der Erbauer nicht aus Eigennutz mit allen Mitteln unterstützt werden?

Ist der Grund der, dass es keine offizielle Baugenehmigung gibt und dass die Stadt nicht verantwortlich sein will, wenn irgendjemandem etwas auf den Kopf fällt? Lieber wegschauen? Wäre es nicht besser, Statiker zu schicken und professionelle Unterstützung zu leisten, dass dies eben nicht passiert?

Als wir dann durch das Hauptschiff, die Krypta, den Kreuzgang, am Altar und bis unter die Kuppel wandeln, lassen wir uns einfach von der Schönheit und der Ausstrahlung jedes Details, den Fenstern, den Gemälden und den Werkstätten beeindrucken.

Eine Ruhe und Besinnlichkeit überkommt uns, die fast in Traurigkeit umschlägt bei dem Gedanken, der bedrohlich über allem schwebt: Wird Justo die Kathedrale noch beenden können - wahrscheinlich nicht bei seinem hohen Alter - und was geschieht danach? Wird jemand weiterbauen oder wird die Stadt das Kunstwerk wegen fehlender Baugenehmigung und aus Sicherheitsgründen kurzerhand einreissen lassen?

Mir persönlich ist diese Kathedrale, die mit der Kraft des Willens und der Überzeugung eines ehemaligen Mönches gebaut wird, lieber als Kirchen, die mit viel Prunk und Schmuck und auf Kosten und Entbehrungen der Bevölkerung erbaut wurden. Ich hoffe man sieht mir diese Meinung nach. Selbstverständlich gefallen mir die Kathedralen von Toledo und Segovia.

Ich wünsche mir, dass viele Menschen dieses Monument besuchen und sich von ihm inspirieren lassen, bevor es vielleicht bald zu spät ist.





Anfahrt:

Um zur Kathedrale in Mejorada del Campo zu kommen, etwas über 20 km ausserhalb Madrids,  ist es von Vorteil, eine Auto zu haben. Achtung, wenn Sie eine Navigationsgerät haben, geben Sie "Maut vermeiden" ein, denn die Radialstrassen sind nicht kostenlos.


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Es gibt aber auch einen Linienbus 341 ab dem Madrider Busterminal Conde de Casal (Metro Conde de Casal)

Abfahrtszeiten und Preise: Hinfahrt  Rückfahrt und Tarife (von Zone A bis B2 ) 2,10 Euro pro Fahrt

Das Video der Aquarius-Werbung:



Meine Fotos

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