dddd

Führung durch die Stierkampfarena - Plaza de Toros - Las Ventas Madrid

Kacheln zur Einweihung im Jahr 1931 Mich hat schon immer interessiert, wie die Stierkampfarena von Madrid wohl von innen aussehen würde...

Kacheln zur Einweihung
im Jahr 1931
Mich hat schon immer interessiert, wie die Stierkampfarena von Madrid wohl von innen aussehen würde. Aber ich habe und werde wohl auch nicht den Mut aufbringen, bei einem Stierkampf beizuwohnen. Mir tun die Tiere einfach zu sehr leid. Am Samstag habe ich aber an einer einstündigen Führung durch die Arena teilgenommen. Ich habe mir die Architektur von innen zwar etwas imposanter vorgestellt, trotzdem hat sich die Besichtigung gelohnt. Die Führerin, die uns auf spanisch und englisch allerlei Anekdoten erzählte, war anscheinend selbst ein grosser Stierkampf-Fan, und hat den Rundgang sehr kurzweilig gestaltet und ihre Begesisterung weitergegeben.

Man kann dafür oder dagegen sein, doch der Stierkampf gehört zur spanischen und Madrider Kultur wie die Tortilla und die Tapas. Im Gegensatz zu Katalonien habe ich hier auch noch nichts von Überlegungen gehört, die Stierkämpfe abzuschaffen. Das runde Gebäude im Stil neomudéjar (basierend auf arabischen stilelementen wie Ornamenten und Kacheln) wurde im Jahr 1931 eingeweiht.


Die Arena wird auch für Grosskonzerte genutzt, unter anderem waren hier die Beatles und Shakira. 2008 wurder hier der Davis Cup ausgetragen..

Namen der Toreros, die auf Schultern
 aus der Arena herausgetragen wurden,
weil sie dem Stier eine oder zwei Ohren
abgeschnitten haben
Es ist nicht die grösste Stierkampfarena der Welt (es gibt in Mexico ein fast doppelt so grosse), jedoch ist sie die wichtigste der Welt. Wer hier triunphiert dem stehen die Arenden der ganzen Welt offen. Die Toreros müssen schnell, mutig und ein wenig verrückt sein. Laut der Führerin, verrückt wie alle Genies eben. Las Ventas bietet knapp 24000 Zuschauern Platz, wovon 20000 im Abonement fest vergeben sind. Das bedeutet, dass das grösstenteils Stammpublikum alle Regeln, die Toreros, Schritte und Rituale kennt, und - und deswegen unheimlich anspruchsvoll ist. Ein schlechter Torero wird so schnell gnadenlos ausgepfiffen. Der König - ein grosser Stierkampfliebhaber ist ein ständiger Zuschauer. Und als volksnaher Regent sitzt er nicht in der königlichen Loge, sondern unten direkt am Geschehen. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau, einer bekennenden Vegetarierin, die hier nie gesehen wird.

Die Preise sind gestaffelt nach Nähe zur Arena und nach Schatten / Halbschatten oder Sonne. Schatten ist im heissen Madrid am teuersten. Ein Platz direkt an den Banden kann über 200 Euro kosten.

Die höchste Ehre für einen Torero ist es, dem Stier eines oder zwei Ohren abschneiden zu durften. Dieses "Recht" wird vom Stierkampfpräsidenten für besondere Kampfleistungen ausgesprochen. Nur sehr wenige haben je zwei Stierohren "mitgehen lassen".

Die Stiere werden nach im Stierkampf getötet, es gab hier nur eine Ausnahme: ein Stier, der so schlau und mutig wie ein Mensch gekämpft haben soll, kam mit dem Leben davon.

Der Zugang zur Arena
Früher wurden das Fleisch unter den Bedürftigen Madrids verteilt, heute wird das Fleisch an spezielle Metzgereien verkauft, der Stierschwanz (Rabo de Toro) ist heute eine Spezialität. Teile des Erlöses werden für gemeinnützige Zwecke gespendet.

Ironischerweise starb einer der berühmtesten Toreros, der gegen mehr als 6000 Stiere gekämpft und überlebt hatte (und ein Stier kann über 500 kg wiegen), durch den Stoss einer Kuh von hinten, der ihn umwarf und bei ihm eine Gehirnblutung verursachte.

Früher wurde jeder Torero mit seiner eigenen Musik (ein Paso Doble) ins Stadion eingeführt. Nachdem sich aber aufgrund der Musik des jeweils anderen Toreros, zwei Gruppen dermassen in die Haare bekommen hatten, dass der Präsident einschreiten musste, wurde die Musik ausgesetzt und wurde bis heute nicht wieder zugelassen.

Schäden durch Hörner
Die Zugang der Arena wird von den Toreros schon mal öfters nicht durch die enge Öffnung verlassen, sondern durch einen "Blitzabgang" darüber springend.

Nicht nur, dass die erste Reihe die teurerste ist, sie ist auch die gefährlichste, siehe die Schäden im Holz, denn die Stiere springen bei der Verfolgung des Toreros auch mal über die Abschrankung und verkeilen sich bestenfalls im Holz.

Durch eine der Pforten wird der Stier eingelassen und durch eine andere wird er mit Hilfe von Pferden wieder herausgezogen.

Und wer nicht an der Führung teilnehmen will, hat vielleicht Glück und findet die kleine Seitentür "Puerta de Cuadrillas" vormittags geöffnet und kann so einen Blick nach innen werden.

Plaza de las Ventas
Metro - Linie 2 und 5
Besichtigung mit Führung täglich von 10 - 13.30 (alle halbe Stunde)
ganzjährig
Erwachsene 7 Euro, Kinder 5 Euro


Related

Führungen 307567135490819311

Kommentar veröffentlichen

Follow Us

Meistgesehen

Diskussion

Lust in der inundummadrid-Community mitzumachen?


Email_Abo

Fotoalben

Fotoalben 1
Album1

Fotoalben 2
Album2


item