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Führung durch die Gran Via zum 100 jährigen Jubiläum

Sonntags 12.00 Uhr Calle Alcalá 43, Madrid (Metro Banco de España u.a.) Preis: 3,90 Euro pro Person Vorherige Reservierung und Bezahlung e...

Sonntags 12.00 Uhr Calle Alcalá 43, Madrid (Metro Banco de España u.a.)
Preis: 3,90 Euro pro Person
Vorherige Reservierung und Bezahlung erforderlich (Tourismuscenter Plaza Mayor, 27 (täglich von 09:30 bis 20:30  Uhr) oder per Internet -
siehe weitere Info http://www.inundummadrid.com/p/fuhrungen.html


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Heute haben wir es endlich geschafft, an der Führung zum 100jährigen Bestehen der Gran Via teilzunehmen. Wir hatten schon einmal vor ein paar Wochen, einen Versuch unternommen, aber da wir damals nicht wussten, dass man vorher reservieren und bezahlen mussten, wunderten wir uns über die Menschen mit ihren bunten Aufklebern, und wurden dann wieder "nach Hause geschickt".

Die Führungen sind auf Spanisch und Englisch. Da es bei der Reservierung keine "Plätze" auf Spanisch mehr gab, buchten wir insgesamt fünf englische Führungsteilnahmen. Heute, bei Ankunft an der Kirche San José, fragte uns eine der beiden Führerinnen schüchtern, ob wir denn auch spanisch sprechen würden, da die spanische Führung 30 Teilnehmer hatte und wir fünf die einzigen für die englische waren. So wurden am Ende zwei Führungen auf spanisch mit je ca. 17 Personen abgehalten.

Grosses Kompliment an unsere Tourführerin Isabel. Sie hat uns mit grosser Freude und sehr sympathisch und vielen Anekdoten und Hintergrundinformationen durch die 100 Jahre der Gran Via geführt.

Besonderes schön fand ich, (die meisten Teilnehmer waren Senioren aus Madrid und wollten selbst etwas über ihre eigene Stadtgeschichte erfahren), dass die Teilnehmer uns (die vergleichsweise Jüngeren) ab und zu beiseite nahmen und uns selbsterlebte kleine Anmerkungen zu einigen Gebäuden machten. Z.B. eine Dame erzählte, dass das rechte Gebäude an der Plaza España, bei Fertigstellung "la Casa del Coño" genannt wurde - das möchte ich nicht wörtlich übersetzen, da diess Wort auf Deutsch schrecklich obszön klingt. Politisch korrekt, heisst das etwa das "Mein-Gott-Haus". Ganz stolz klärte sie dann auch warum: Das Gebäude war damals kurzzeitig das höchste und alle Menschen schauten nach oben und riefen "Mein Gott". Eine Dame erzählte dass laut eines Sprichworts, Madrid "insufrible" - nicht auszuhalten - ist, aber total abhängig mache (engancha).

Hier möchte ich eine kurze Zusammenfassung der Führung machen. (Die Jahreszahlen sind ungefähr, da ich keine keine Notizen machte).

Bis ca. 1860 wurde Madrid, das bis dahin nur aus dem jetzigen Zentrum bestand, von einer Stadtmauer umgeben. Diese Stadtmauer war keine Schutzmauer sondern eine "Verwaltungsmauer" um Madrid administrativ vom Umland abzugrenzen. Die Stadtbevölkerung wuchs immer schneller und innerhalb der Stadtmauer war der Raum begrenzt. So wurde um 1860 schliesslich diese Mauer niedergerissen und Madrid um die umliegenden Stadtviertel erweitert. Damals wurde das heute edelste Stadtviertel "Salamanca" (im Osten) und Arguelles im Westen auf dem Reissbrett quadratisch geplant und gebaut.

Somit entstand der Bedarf, die neuen Stadtviertel miteinander zu verbinden. Ausserdem waren zu dieser Zeit viele Strassen des alten Zentrums in einem bedauernswerten Zustand und man wünschte sich einen Boulevard, der einer grossen Stadt angemessen war. Zu dieser Zeit kamen in anderern grossen europäischen Städten die Schaufenster auf und mit ihnen die Mode, durch die Boulevards und Geschäfte zu bummeln. So brauchte Madrid auch einen grossen Boulevard.

Der Architekt Carlos Velasco wurde mit der Planung beauftragt. (Auch wenn es schliesslich nicht er war, der die Ausführungen durchführte, weil sein Plan zuerst abgelehnt wurde, war es schlussendlich fast exakt sein Plan der nach dessen Tod dann von anderen Architekten umgesetzt wurde).

Die Gran Via (die damals noch nicht so heissen sollte) wurde in drei Abschnitte eingeteilt.

Es mussten 334 Gebäude in 30 Häuserblocks (unter anderem ein Teil der Kirche San Jose, ein Kloster und ein Theater) enteignet werden und abgerissen werden.

Da ich mich nicht mehr an alles erinnerte, habe ich weitere Informationen hier wiedergefunden (auf Spanisch)

Der Name "Gran Via" kommt von der gleichnamigen Zarzuela (spanische Oper oder Operette) des Komponisten Francisco Chueca. Diese "Oper" wurde so populär, dass der Boulevar nach ihr Gran Vía genannt wurde.

Hier ein Ausschnitt der Zarzuela aus Youtube:






Erster Abschnitt Avenida del Conde del Peñalver

Der erste Teil von der Kirche San Jose (Calle Alcala 43) bis Red de San Luis (Calle Montera) sollte Avenida del Conde de Peñalver heissen und eine Breite von 25 Metern haben.
Bauzeit von 1910 bis 1917 (letzte Bauarbeiten 1924). Zu erwähnen ist der galicische Architekt, Antonio Palacios, der hauptsächlich im ersten und zweiten Teil mehere Gebäude entwarf.

Charakterisches Bauwerk: Metropolis (obwohl das Gebäude eigentlich zur Calle Alcalá gehörte), das damals zur Versicherung Fénix gehörte.

Zwei Original-Geschäfte gibt es heute noch (Grassi und Loewe). Über Loewe wurde ein Teehaus eröffnet, dass mit einem Teegedeck für 1 Pesete 50 centimos so teuer war, dass es sich nur wenige Menschen leisten konnten. Gegenüber öffnete dann ein anderes Teehaus, das mit "Kampfpreisen" 1 Pesete 30 centimos eröffnet, doch dies konnten sich auch nicht viel mehr Menschen leisten.

Als Baustil könnte man sagen, dass versucht wurde, Stile aus ganz Spanien hier zu vereinen (siehe z.B. Gebäude mit Holzelementen - aus dem Norden Spaniens). Eine Kirche (Oratorio de Caballero de Gracia) wurde nicht abergerissen, sondern es wurde um sie herumgebaut (man sieht die Kirche durch einen Rundbogen hindurch).

Eine kleine Geschichte zur Bar "Museo Chico" in der damals internationale Kinoschauspieler und auch Hemmingway verkehrten. Chicote war ein Bartender des Hotel Ritz und hatte die Gabe, sich bei den Schauspielern beliebt zu machen. Er erfand für Persönlichkeiten besondere Cocktail mit deren Namen. Als er dann die Bar Chicote eröffnete, nahm er viele dieser Schaupieler mit in seine Bar. Es wurde zum Museum, da er mehrere tausend Flaschen aus aller Welt ansammelte. Er verschenkte aber niemals eine seiner Flaschen, er weigerte sich sogar, Sofia Loren, eine auf dessen Wusch zu schenken. Der einzige Gast, der jemals eine Flasche mitnehmen durfte, war Flemming, der Erfinder des Penizillins. Das Interieur der Bar ist immer noch im Originalzustand und die Führerin empfahl uns, einmal einen Blick ins Gästebuch zu werfen, wo "grosse" Namen verzeichnet sind. (Die Flaschen wurden leider an einen anderen Ort gebracht).

Zweiter Abschnitt Calle de Pi i Margall

Der weite Abschnitt wurde mit 35 Metern vom Red de San Luis (Calle Montera) bis zur Plaza Callao geplant und durchgeführt (Bau von 1917 - 1929 - letzte Fertigstellung 1927)

Es blieben allerdings einige monumentale Gebäude stehen, z.B. ein Hotel und ein Theater. Man merkte bald, dass dieser Flaschenhals den Verkehr behinderte und so wurde 1921 beschlossen, diese Gebäude auch noch niederzureissen. Die dadurch neu entstanden Häuserblocks wurden 1929 mit dem Bau des Telefonica-Gebäudes fertiggestellt. Das Telefonica Gebäude war sechs Monate lang das höchste Gebäude Europas. Während des Bürgerkriegs nahm die republikanische Regierung die obersten Stockwerke in Besitz um einen besseren Überblick über Madrid zu haben. Auch aus diesem Grund wurde dieser Teil der Stadt während dieses Krieges sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Die Architektur dieses Abschnitts war eleganter als die des ersten Abschnittes. Es gab französiche Boulevard-Elemente wie das Kaufhaus Madrid Paris. (Dieses luxuriöse Kaufhaus war niemals ein Erfolg, da die Preise zu für die Bevölkerung hoch waren und am Ende wurde daraus ein Kaufhaus mit niedrigen Preisen (Sociedad de Precios unicos), das erst vor wenigen Jahren geschlossen wurde.

Betrachten Sie den McDonalds an der Ecke zur Calle Montera. Das Gebäude (oder ein Teil davon) wurde damals an McDonalds verkauft unter der Bedingung, die Fassade und den Innenraum nicht zu verändern. Es ist wohl architektonisch einer der schönsten McDonalds.

Der Eingang zur ersten Metro Linie (Gran Via) wurde von Antonio Palacios entworfen. Es gab einen Aufzug, für den man extra bezahlen musste. Den Aufzug gibt es nicht mehr und der Original-Eingang ist jetzt in Porriño (Pontevedra, Galicien) zu sehen.

Wenn Sie etwas von der Innenarchitektur sehen wollen, können Sie auf der linken Seite in den vor kurzem eröffneten HM gehen (früher ein Konzertsaal), oder rechts in ZARA, wo die Innenarchitekturen sehr gut erhalten wurde.

Dritter Abschnitt Calle Eduardo Dato

Der dritte Teil geht von der Plaza Callao bis zur Plaza España. Ursprünglich sollte er nur 25 Meter breit werden, doch schliesslich entschied man sich, die 35 Meter vom vorherigen Abschnitt weiterzuführen.

Werfen Sie einen Blick auf das Art Deco Kino an der Plaza Callao.
Aus der Cafeteria des El Corte Inglés soll man laut der Führerin eine tolle Aussicht auf den letzten Abschnitt der Gran Vía haben.

Baubeginn war 1925 - Voraussetzung war die Enteignung eines Klosters, das die Nonnen nicht freiwillig verkaufen wollten.

Herausragendes Gebäudes ist das Capitol (mit der Schweppes-Leuchtwerbung). Hier wurden Aussenaufnahmen zum Film "El Día de la Bestia" gedreht. Allerdings waren die Innenaufnahmen nicht aus diesem Gebäude, sondern vom Gebäude neben dem Palacio de la Musica.

Als Baustil hielt hier der Rationalismus Einzug. Die Gebäude sollten funktionell sein, und ohne verspielte Dekoration auskommen. Hier entstand das erste Gebäude mit Klimaanlage und Brandschutz, das deswegen eine Auszeichnung der Stadt Madrid bekam.

Zu Beginn gab es hier viele Muscials, später, als das Kino seine Blütezeit hatte, wurden die meisten der Muscials in Kinos umgewandelt und jetzt, mit der Renaissance der Musicals wurden die Kinos wieder zu Muscials zurückverwandelt. (Die meisten grossen Kinos befinden sich heute in den Vororten, Ausnahme ist das Kono Proyecciones in der Calle Fuencarral zwischen Bilbao und Quevedo).

Die Plaza de España sah man am Ende der Tour nur von einigen Metern Entfernung. Hier sind die Gebäude Edificio España und Torre Madrid zu nennen. Die Plaza de España mit einer Statue Columbus soll in nächster Zeit auch reformiert und verschönert werden.

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